Ostsee zwischen Tradition und Zukunft

Cottbus

Der Lausitzer Ostsee ist eines der ambitioniertesten Strukturwandelprojekte Deutschlands. Wo über Jahrzehnte Braunkohle gefördert wurde, entsteht derzeit eine der größten künstlichen Wasserflächen des Landes. Die Flutung des ehemaligen Tagebaus schreitet schrittweise voran und verändert nicht nur die Landschaft, sondern auch das Selbstverständnis der gesamten Region.

Noch ist der See nicht vollständig gefüllt, doch bereits jetzt zeichnen sich neue Uferlinien, Buchten und Perspektiven ab. Planer, Kommunen und Investoren arbeiten an langfristigen Konzepten für Tourismus, Freizeit und Infrastruktur. Häfen, Radwege und Strandbereiche sollen entstehen – jedoch kontrolliert und im Einklang mit Natur- und Wasserschutz.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Wasserqualität und der Stabilität der Ufer. Die Erfahrungen aus anderen Tagebauseen fließen in die Planungen ein. Gleichzeitig wird bewusst Tempo herausgenommen: Der Lausitzer Ostsee soll nicht über Nacht zum Massenziel werden, sondern organisch wachsen.

Für die Lausitz bedeutet das Projekt mehr als ein neues Ausflugsziel. Es steht symbolisch für den Wandel von einer Industrie- zu einer Freizeit- und Lebensregion. Der Ostsee ergänzt dabei bestehende Attraktionen wie den Spreewald und vernetzt die Lausitz stärker mit dem überregionalen Tourismus.